Verhaltensberatung und artgerechte AusbildungZertifizierter Hundetrainer und Verhaltensberater nach den Richtlinien der Tierärztekammer Schleswig-HolsteinJ e n s E i k e l m a n n
ZertifizierungDie Gesetzgebung stellt zunehmend zum Schutz vor „gefährlichen Hunden“ den/diesachkundige/n Hundehalter/-in und den „gehorsamen“ Hund in den Vordergrund, um die„Gefährdung der Bevölkerung durch Hunde“ zu reduzieren.Aus diesem Grund ist es sinnvoll einheitliche Kriterien für die Ausbildung von Hunden und die Kenntnisse vonAusbildern zu fordern. Um es Behörden und anderen Institutionen zu ermöglichen, aufAnfragen aus der Bevölkerung eine kompetente Einrichtung objektiv benennen zukönnen, ist es aufgrund der derzeitigen Marktsituation erforderlich, spezifische Kriterienfür eine professionelle Tätigkeit in den o.g. Bereichen festzulegen.Die TÄK S-H hat auf der Basis der Arbeit der AG-Hundehaltung der BTK Qualitätskriterien fürHundetrainer/innen und deren Umsetzung in Form einer Prüfung entwickelt.Der erfolgreiche Abschluss der Prüfung stellt dann eine Zertifizierung der Tätigkeit für diejeweilige Person dar. Da es sich bei der Zertifizierung um eine amtliche, fachlichunanfechtbare und auf alle Bereiche der o.g. Tätigkeiten anzuwendende Zertifizierunghandelt, sind die Kriterien für eine Zertifizierung frei von ideologischen oder einseitigentwickelten Inhalten erarbeitet worden.I. Zulassungsvoraussetzungen und Anforderungenfür eine Zertifizierung im Bereich der o.g. Tätigkeiten. Die im Folgenden benanntenNachweise und sonstigen Leistungen sind bei einer Bewerbung für eine Zertifizierungder Tierärztekammer S.-H. vorzulegen. Dies muss vor dem ersten Prüfungsabschnitterfolgen.• Nachweis über eine gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit• Polizeiliches Führungszeugnis (von einer Volljährigkeit wird ausgegangen)• Kurze inhaltliche Beschreibung der Tätigkeiten (eine DIN A4 Seite max.)• Fotos von Einrichtungen (z.B. Hundeplatz, Halle pp), wenn vorhanden• 15 – 30 minütiger Film über eine Arbeit oder Beratung. Hund und Halter/in sowie Trainer/in oder Berater/in sollten in ihren Interaktionen erkennbar sein.Auf gute Bild- und Tonqualität ist zu achten. Die Aufnahmen sind auf einer DVD ineinem der üblichen Formate einzureichen.II. Die Prüfung (drei Bereiche):1. Multiple-Choice-TestDer von der AG-Hundehaltung der BTK entwickelte Prüfungsteil „Data-parc-Test“ dient als Grundlage und wurde spezifisch für den Bereich S.-H. verbessert underweitert. Dadurch bleiben die einheitlichen Kriterien der Prüfung unberührt, diesewerden vielmehr optimiert. Der MC-Test kann bei einem, der für diesen Prüfungsteilvorgesehenen Tierärzte/-ärztinnen (Tierärzte/-ärztinnen mit ZusatzbezeichnungVerhaltenstherapie), in dessen/deren Praxis am PC, abgeleistet werden.2. Fachgesprächvor und mit einem Gremium der Tierärztekammer S.-H.. Das von der TÄK bestimmteGremium sollte sich aus einem/einer Tierarzt/-ärztin mit der Zusatzbezeichnung„Verhaltenstherapie“, einem/einer zertifizierten praktizierenden Hundetrainer/in undVerhaltensberater/in und einem/einer dritten Tierarzt/-ärztin zusammensetzen. DieGesprächsdauer beträgt etwa 60 – 90 Minuten und das Fachgespräch wirdprotokolliert.3. Praktische Prüfung.Ein Hund-Halter/in -Gespann wird vom Prüfungsteam gestellt.Das Prüfungsteam für die praktische Prüfung wird von der TÄK aus einem/einerpraktizierenden Hundetrainer/in und Verhaltensberater/in und einem/einer Tierarzt/-ärztin mit der Zusatzbezeichnung „Verhaltenstherapie“ zusammengesetzt. DasPrüfungsteam geht hier, je nach Hund-Halter/in-Gespann, schwerpunktmäßig undindividuell vor. Die Dauer der praktischen Prüfung beträgt etwa 45 – 60 Minuten. Diepraktische Prüfung beinhaltet die grundlegenden Elemente, welche von der AGHundehaltungder BTK und der AK-Sachkunde-Hundehaltung genannt werden, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten.Nach bestandenem MC-Test kann der/die Bewerber/in die Punkte 2. und 3. angehen. Esfolgt dann eine Einladung durch die TÄK S.-H.. Die Punkte 2. und 3. werden dann aneinem Tag abgeleistet.III. WissensbereicheFolgende fachlichen Themenbereiche sind dem Bewerber sowohl für den MC-Test als auch für das Gespräch zu benennen. Es handelt sich um Grundlagenwissen in den Bereichen:- Verhaltensbiologische (ethologische) Grundlageno Individualentwicklung (Ontogenese)o Spielverhalteno Aggressionsverhalteno Jagdverhalteno soziale Organisationo Fortpflanzungsverhalteno Funktionskreise des kategorisierten Verhaltens- Lernverhalteno klassische Konditionierungo operante / instrumentelle Konditionierungo Lernformeno Lerntheorieo formales, soziales Lernen- Kommunikationo Hund-Hundo Hund-Menscho Mensch-Menscho Körpersprache des Hundes (Ausdrucksverhalten)o in der Beratung des Menschen- Zucht, Haltung, Ernährungo allgemeines Wissen- Anatomieo Abweichungen erkennen- Domestikationo domestikationsbedingte Veränderungeno Rassen (spezf. Verhalten)- Tiergesundheit, Erste Hilfeo rassespezf. Erkrankungeno Parasiteno Notfallmaßnahmen- Neurophysiologieo Aufbau des Gehirns und seine Funktioneno Neurophysiologie (Grundlagen)- Rechto Tierschutzfragen (Zucht, Kastration, Haltung)• Hundegesetze, -verordnungen- Methodik und Didaktik des Lehrens- Unternehmensführung und Management